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1961 bis 1974

In Lebach wurde in den Jahren 1958/1959 die Landeswohnsiedlung errichtet. Die Errichtung dieser Aufnahmeeinrichtung war notwendig geworden, weil das Saarland ab seinem Beitritt zur Aufnahme von Vertriebenen, Aus- und Übersiedlern, aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten verpflichtet gewesen ist.

Willkommen waren uns Lebachern diese Menschen, die ihre Heimat verloren hatten, was man an der gelungenen Integration vieler Familien feststellen kann.

Aus den Reihen der Übersiedler hatten einige auch den Weg zur SPD gefunden und sind Mitglieder des Ortsvereins Lebach geworden.

Josef Gutmann stand dem Ortsverein von Februar 1961 bis Januar 1963 vor. Zuvor, am 19. Dezember 1960 wurde er mit großer Mehrheit zum 1. Beigeordneten im Gemeinderat Lebach gewählt. Die am gleichen Tage erfolgte Wiederwahl von Michael Riehm zum Bürgermeister von Lebach fiel denkbar knapp aus.

Riehm setzte sich mit 12 zu 10 Stimmen bei einer ungültigen Stimme gegen den Kandidaten der christlichen Bürgerliste, Josef Lehnert, durch. Ob damals bereits eine „große Koalition“ bestanden hat, die dieses Wahlergebnis erklären würde, lies sich nicht aufklären.

Aus dem Jahr 1960 ist außerdem noch eine Besonderheit zu berichten. Die Gemeinderatswahl vom 15.Mai 1960 (Die SPD erreichte in Lebach 16,00 % - eine deutliche Steigerung - ) musste wiederholt werden. Das Bundesverfassungsgericht hatte am 12. Juli 1960 entschieden, dass das damalige saarländische Wahlgesetz gegen das Grundgesetz Art. 3 verstößt. Der Verstoß lag darin, dass das Gesetz die Kandidatur von partei-ungebundenen Wählergruppen nicht zugelassen hatte.

Die Wiederholungswahl fand am 04. Dezember 1960 statt. Die SPD erreichte nur noch 12,7 %, Fazit hieraus: Die Zugehörigkeit zum Geltungsbereich des Grundgesetzes von 1957 bis 1960 war für das Saarland offenbar zu kurz. Nachsitzen in Sachen Demokratieverständnis in Form einer Wiederholungswahl war daher für die Saarländer angesagt.

In der Reihe der Vorsitzenden darf Horst Rubel nicht unerwähnt bleiben. Horst Rubel, von Beruf Landgerichtsrat, war als 1. Vorsitzender des Ortsvereins von September 1965 – August 1972, aber vor allem als Fraktionssprecher im Gemeinde- bzw. ab 1974 im Stadtrat bis zu seinem Tode einer der herausragenden Persönlichkeiten der Lebacher SPD. Horst Rubel führte die Lebacher SPD auch maßgeblich in die großen Veränderungen, die die Gebiets- und Verwaltungsreform zum 01. Januar 1974 mit sich gebracht hatte. Horst Rubel verstarb bereits im Alter von 48 Jahren am 22. Juni 1979.


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